Brandschutz und Krisenvorsorge
Brandprävention, Krisenvorsorge, Risiken erkennen und richtiges Verhalten im Brandfall.
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Dieser Artikel erläutert, warum ausgeschaltete Elektrogeräte mit Heizelementen durch einpolige Geräteschalter weiterhin unter Spannung stehen und plötzlich in Brand geraten können. Sie erfahren, wie sich dieses Risiko durch die konsequente Netztrennung mittels zweipolig schaltender Steckdosen wirksam vermeiden lässt. Zudem erhalten Sie praktische Hinweise zur Berechnung elektrischer Leistungsgrenzen von Mehrfachsteckdosen und Stromkreisen, um Überlastungen beim gleichzeitigen Betrieb mehrerer elektrischer Großverbraucher zu verhindern.
Worin liegt die Ursache für diese Brände und was kann man dagegen tun?
Die abgebildeten Elektrogeräte sind schadenfrei und dienen nur der Illustration.
Es ist nicht ungewöhnlich, das sich elektrische Küchengeräte mit Heizelementen, wie Toaster, Wasserkocher oder Kaffeemaschinen, im laufenden Betrieb entzünden können.
Das sich aber die genannten Elektrogeräte auch im ausgeschalteten Zustand entzünden können, ist dann doch erklärungsbedürftig. Die Ursache für diese Brände der ausgeschalteten Elektrogeräte liegt in einem kleinen aber wichtigen technischen Detail. Doch der Reihe nach. Alle diese elektrischen Elektrogeräte hatten Folgendes gemeinsam:
Ursache für die Brandentwicklung war jeweils ein technischer Defekt im Inneren des Elektrogerätes, der von Außen nicht wahrgenommen werden konnte. Tatsächlich waren die Elektrogeräte zwar ausgeschaltet und nicht in Betrieb, aber eben nicht spannungsfrei. Das heißt, im Elektrogerät selbst lag die Netzspannung an.
Der Grund hierfür ist, dass in der Regel in den Elektrogeräten einpolige Geräteschalter verbaut sind. Einpolig schaltende Geräteschalter schalten nur eine der beiden Stromkreis-Leitungen. An welcher dieser beiden Leitungen die Netzspannung anliegt entscheidet sich durch die Art, wie der Netz-Gerätestecker von uns in die Steckdose gesteckt wurde. Wird nun die spannungsführende Leitungsader vom Geräteschalter durch den Schaltvorgang nicht unterbrochen, liegt im Elektrogerät weiter die volle Netzspannung an. Auch wenn es nicht in Betrieb ist.
Hat das Elektrogerät nun im Inneren einen technischen Defekt, kann es zu einem Stromfluß über den sogenannten Schutzleiter (oft auch PE-Leiter genannt) mit erheblicher Erwärmung und damit zum Brand kommen.
Was kann man dagegen vorbeugend tun?
Um dieses Brandrisiko auszuschalten, muss der Stromfluss auch bei einem inneren technischen Defekt des Elektrogerätes unterbrochen werden, also das Elektrogeräte vollständig vom Stromnetz getrennt werden. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:
Werden nun an derartige zweipolig schaltende Mehrfachsteckdosen die üblichen, für das Frühstück verwendeten Elektrogeräte (wie z.B. Kaffeemaschine, Wasserkocher oder Toaster) angeschlossen, kann mit dem Schaltvorgang an der Mehrfachsteckdose ein sicherer, spannungsfreier Zustand all dieser Elektrogeräte beim Verlassen der Wohnung hergestellt werden.
Ob sehr leistungsstarke Elektrogeräte zeitgleich an einer Mehrfachsteckdose betrieben werden, muss also wohl überlegt sein. Es ist auch keine wirklich gute Idee, die Leistungsgrenzen von technischen Elektrogeräten dauerhaft voll auszureizen.
Grundsätzlich lässt sich merken, alle Elektrogeräte die heizen oder irgendetwas erwärmen gehören zu den größeren Stromverbrauchern. Derartige Elektrogeräte sollten nicht an alten, nicht überprüften Verlängerungskabeln oder Mehrfachsteckdosen betrieben werden.
Der Einsatz von zweipolig schaltenden Mehrfachsteckdosen ist damit eine einfache und überschaubare Sicherheitsmaßnahme gegen derartige Inbrandsetzungen. Aber Vorsicht!
Elektrogeräte mit Heizelementen gehören zu den größten mobilen Energieverbrauchern. Bevor nun also Kaffeemaschine, Wasserkocher und/oder Toaster an einer Mehrfachsteckdose gemeinsam angeschlossen und gleichzeitig betrieben werden, muss vorher geprüft werden, wie hoch die Gesamtleistung der gemeinsam angeschlossenen Elektrogeräte ist. Hierzu sind die auf den einzelnen Elektrogeräten angegebenen Wattleistungen zu addieren. Die derart ermittelte Summe darf
nicht überschreiten.
Der auf dem nachstehenden Bild beispielhaft abgebildete Toaster (1000 Watt) und der Wasserkocher (2200 Watt) erreichen gemeinsam fast die zulässige maximal Leistung der abgebildeten Mehrfachsteckdose (3500 Watt).
Der dritte „freie“ Steckplatz der Mehrfachsteckdose ist also gar nicht mehr so frei. Schon der Anschluss eines kleinen Eierkochers mit 350 Watt Leistung würde die zulässige maximal Leistung der Mehrfachsteckdose überschreiten. Im Zweifel sollte dieser Steckplatz dann mit einem Blindeinsatz blockiert werden.
Leider gehört die Eigenschaft „2-polig schaltende Steckdose“ nicht zu den im Marketing besonders hervorgehobenen Produkteigenschaften der Hersteller.
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Bei der Suche nach geeigneten schaltbaren Steckdosen wurden folgende Kriterien mit berücksichtigt:
3-fach Steckdosenleiste, 2-polig schaltend, GS-Zeichen (Werbung)
Autor: Dr.-Ing. Matthias Münch
Veröffentlicht: INURI GmbH
Erstveröffentlichung: 10.04.2023
Letzte fachliche Aktualisierung: 20.08.2026
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