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Informationen zum Brandschutz

(hier geht's zu den Treppenhausfilmen)

Gehen Sie davon aus, dass sich zu jeder Zeit an jedem Ort eine ausreichende Anzahl von Zünd- quellen finden lässt, um brennbare Stoffe in Brand zu setzen. Nicht ohne Grund werden in Deutschland

jährlich ca. 600 Brandtote bei etwa 230.000 Wohnungsbränden

gezählt. Hinzu kommen noch die 6.000 bis 10.000 Brandopfer mit zum Teil schwersten Brandver- letzungen, die mit dauerhaften Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit einhergehen [1]. Die meisten der Betroffenen werden von dem Brandereignis überrascht worden sein. Dabei gilt eine ziemlich simple Erkenntnis:

Die meisten Brände fangen klein an!

Doch die Dynamik der Brandentwicklung wird von den meisten Menschen unterschätzt. Dieser Film des National Institute of Standards and Technology (USA) zeigt Ihnen, wie schnell es mitunter gehen kann.


Hier wäre keine Zeit gewesen aus dem Zimmer zu rennen und einen Eimer mit Wasser zu holen. Oder hätten Sie den Eimer erst noch suchen und füllen müssen?

Sie haben keine Zeit

Zwischen dem Entstehungsbrand und dem Vollbrand des Raumes können nur wenige Minuten liegen. Aber bevor Sie durch das Feuer verbrennen, werden die heissen Rauchgase Sie umbringen. Denn hier liegt eine oft unterschätzte Gefahr:

  • Rauchgase sind hochgiftig und lähmen ihre Atmung.
    Noch aus dem Schulunterricht wissen Sie, dass bei einer Verbrennung unter anderem Kohlen- stoffdioxid entsteht. In den Konzentrationen, wie sie im Brandrauch schnell vorhanden sind, wirkt Kohlenstoffdioxid atemlähmend und giftig auf unseren Organismus. Das durch unvollständige Verbrennungsreaktionen ebenfalls entstehende Kohlenstoffmonoxid wirkt bereits in weit geringen Konzentrationen. Das tückische an diesem Gas ist, dass es mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmbar ist. Ferner blockiert es den Sauerstofftransport in unserem Blutkreislauf. Und zwar auch dann noch, wenn Sie sich bereits wieder an der frischen Luft befinden.

  • Sie werden nichts mehr sehen können und verlieren die Orientierung.
    Aus Film und Fernsehen kennen Sie es, der Held stürmt in das Gebäude und rettet seine Prinzessin. Klar, er rennt nämlich nur durch Theaterrauch und kann sich orientieren. Sie werden in ein dunkle schwarze Wand laufen, die Hand vor Augen nicht mehr sehen und schliesslich die Orientierung verlieren.

  • Die Hitze wird sie töten.
    Brandrauch wird sehr heiss. Temperaturen von 600 Grad Celsius und mehr sind keine Seltenheit. Die enorme Wärmeleistung des Brandrauches wird sie schon bei weit geringeren Temperaturen in die Hitzeerschöpfung treiben. Jede Bewegung wird Ihnen immer schwerer fallen, der Schweiss auf Ihrer Haut wird verdampfen und sie verbrühen, die Kunststoffe Ihrer Kleidung beginnen zu schmelzen. Der beissende Qualm tut sein übriges. Bis Sie schliesslich vor Erschöpfung aufgeben.

Die bei einem Brand entstehenden Rauchmengen nehmen gigantische Größenordnungen an. Bereits geringe Mengen Schaum- oder Kunststoffe reichen aus, um jedes Zimmer vollständig mit beißendem Rauch auszufüllen. Gegen den Rauch eines Feuers haben Sie ungeschützt keine Chance. Deshalb müssen Sie vor dem Brand etwas tun, damit Sie im Brandfall keine Zeit verlieren.

 

Verhaltensregeln:

Was müssen Sie zu Hause tun. Sie müssen

  • dafür sorgen, dass Sie den Brandrauch rechtzeitig wahrnehmen!
  • einen Notfallplan für das Überleben im Brandfall haben!
  • vorbeugende Massnahmen treffen!
  • die europaweite Notrufnummer 112 kennen!
    (am besten auf dem Telefon notieren)

 

Brandrauch wahrnehmen

Es ist ein grosser fataler Irrtum. Viele Menschen denken immer noch, dass sie durch einen Brand wach werden. Aber wie wir Ihnen oben geschildert haben, werden Sie durch das im Brandrauch vor- handene Kohlenstoffmonoxid eingeschläfert. Die Statistik der Feuerwehren zeigt, dass nur 35% der Brände in der Nacht ausbrechen, jedoch bei diesen Bränden 70% der Brandtoten zu beklagen sind [2].


Brandtote sind Rauchtote!

Dabei könnte die Installation von Rauchwarnmeldern das Schlimmste verhindern. Um dies zu ändern, haben die Feuerwehren die Initiative "Rauchmelder retten Leben" gestartet, Aufklärung betrieben, die Industrie und Kaufleute zum Verkauf von Rauchwarnmeldern animiert und schliesslich auch grosse Teile der Politik erreicht. Dennoch sind in vielen Wohnungen noch keine Rauchwarnmelder installiert. Dabei ist es schwieriger eine Lampe aufzuhängen, als einen Rauchwarnmelder zu installieren.

Installieren Sie Rauchwarnmelder in Ihrer Wohnung!

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu Rauchwarnmeldern !

 

 

Notfallplan erstellen

Erstellen Sie einen Notfallplan für das Überleben im Brandfall. Denken Sie auch an Angehörige und Nachbarn. Stellen Sie sich die folgenden zwei Situationen vor:

  • Es brennt im Treppenhaus, Sie sind eingeschlossen
  • Sie öffnen die Tür zum Treppenhaus und Brandrauch quillt Ihnen entgegen. Sie haben keinen anderen Fluchtweg. Was passiert, wenn Sie jetzt nicht sofort wieder die Tür schliessen zeigt Ihnen die folgende Simulationsrechnung:
     

    Schliessen Sie also sofort wieder die Tür zum Treppenhaus. Rufen Sie die Feuerwehr über den Feuerwehrnotruf 112. Schildern Sie der Feuerwehr wo Sie sich genau befinden und wer noch alles bei Ihnen ist. Schliessen Sie alle Flurtüren in Ihrer Wohnung, um die weitere Rauchausbreitung in Ihrer Wohnung zu unterbinden. Gehen Sie an ein Fenster oder einen Balkon, von dem aus Sie sich der Feuerwehr bemerkbar machen können. Bewahren Sie Ruhe und beruhigen Sie andere! Unternehmen Sie keine Abseilaktionen oder Fassadenkletterei. Selbst Wohnungstüren aus Holz halten einer direkten Beflammung eine ganze Zeit lang stand.

  • Es brennt in einem Zimmer Ihrer Wohnung
  • Unternehmen Sie nur einen Löschversuch, wenn Sie ihn sofort und bei der Größe des Feuers auch ohne Eigengefährdung durchführen können. Der Feuerlöscher im Keller, oder der leere Eimer im Bad helfen Ihnen jetzt nicht. Die volle Blumengiesskanne neben sich schon eher. Denken Sie daran, Sie haben jetzt keine Zeit!
    Schliessen Sie die Tür zum Brandraum, verhindern Sie so die weitere Ausdehnung des Brandes und des Brandrauches in Ihrer Wohnung. Warnen Sie alle Mitbewohner und unterstützen diese bei der Flucht aus der Wohnung. Ziehen Sie die Wohnungstür zu und geben Sie der Feuerwehr den Schlüssel. So bleibt das Treppenhaus für die Flucht Ihrer Nachbarn und den Angriff der Feuerwehr länger rauchfrei. Warnen Sie auch die Nachbarn und rufen Sie die Feuerwehr über den Notruf 112 von einem sicheren Ort aus an. Weisen Sie die eintreffenden Feuerwehrkräfte ein und bleiben für Rückfragen verfügbar.
    Was passiert, wenn Sie nach Verlassen der Wohnung die Wohnungstür nicht zuziehen, zeigt Ihnen die nachfolgende Simulationsrechnung:

 

 

Die Hinweise zum Verhalten im Brandfall finden sich auf den Webseiten der Berliner Feuerwehr auch als Merkblatt in anderen Sprachen. Zusätzlich gibt es diese Hinweise auch in Form eines bebilderten Comics. In Zusammenarbeit mit der Berliner Feuerwehr ist ferner ein Film entstanden, der über die Gefahren bei Treppenhausbränden aufklärt.

                                  

 

Vorbeugende Massnahmen treffen

Es sind fast immer Kleinigkeiten, die zu den grossen Katastrophen geführt haben. Die nur für einen Moment allein gelassene Kerze, die Streichhölzer in Reichweite des Kleinkindes, usw. usw.
Treffen Sie vorbeugende Massnahmen, bzw. sorgen Sie für derren Umsetzung. Hierzu gehört insbesondere die Freihaltung von Flucht- und Rettungswegen.

  • Tipp zur Weihnachtszeit
    Verwenden Sie nur frisches Tannengrün und stellen Sie nur einen frischgeschlagenen Weih- nachtsbaum in Ihre Wohnung. Haben Sie ihren schönen Weihnachtsbaum frisch aus dem Wald geholt, stellen Sie den Baum in ein Behältnis mit Wasser und füllen Sie dieses Gefäß regelmäßig nach. Dieser Filmdes National Institute of Standards and Technology (USA) zeigt Ihnen das deutlich bessere Brandverhalten.

 

 

Quellen:


[1] www.brandschutzaufklaerung.de
Gemeinsamer Ausschuss "Brandschutzaufklärung und Brandschutzerziehung" der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) und des Deutschen Feuerwehrverbandes.

 

[2] www.rauchmelder-lebensretter.de
Forum Brandrauchprävention in der vfdb